Gemeinschaftspraxis 
Dr. M. Feldmann, Dr. N. Karadiakos und Prof. Dr. H. Seiler


Ambulantes Operieren - Was ist das eigentlich ?

In den letzten Monaten war in Zeitungen, Magazinen (Spiegel, Stern) und Fernsehen oft   vom ambulanten Operieren die Rede.  Und auch viele  Patienten des ZAB (Zentrum am Boxberg) kommen zu einer ambulanten Operation.

Was aber ist eine ambulante Operation eigentlich ?

Nach einer oft gebrauchten Definition verbringt der Patient die Nacht vor und nach der Operation im eigenen Bett. Diese Definition sagt nur etwas  über die Zeit vor und nach der Operation aus, aber nichts über die Operation selbst, die eigentlich das Wichtigste ist.

Das lateinische Wort “ambulare“ heißt übersetzt: umhergehen. Ambulante Operationen sind also solche Eingriffe, nach denen der Patient umhergehen kann (und soll), er kann nach Hause gehen. Der Patient ist nicht so belastet, dass zur Erholung ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig wäre.

Die deutschen Ärzte haben eine Liste mit den Operationen zusammengestellt, die ambulant durchgeführt werden können. Diese Liste gilt für die niedergelassenen Arzte (sog. Vertragsärzte) und  Ärzte im Krankenhaus.

Vertragsärzte wie Krankenhausärzte müssen  bei  jedem  Patienten  mit einer Diagnose aus dieser Liste prüfen,  ob die Operation ambulant erfolgen kann. Nicht die Krankhausdiagnose (nach Liste), sondern Besonderheiten des  Patienten (z.B. schwere Herz- Lungenkrankheiten, Blutgerinnungsstörungen)  und  seines Umfeldes (allein stehend, kein Telefon) sprechen für oder gegen eine ambulante Durchführung der Operation.

Kleinere Operationen wie Entfernung von Muttermalen, Warzen, Fettgewebsknoten  und  Wundversorgungen  wurden  schon immer ambulant durchgeführt. Wir verstehen unter ambulanten Operationen sog.  krankenhausersetzende  Eingriffe, also Operationen, die auch heute noch in weit überwiegender Anzahl im Rahmen eines stationären Krankenhausaufenthaltes durchgeführt werden.

 Ambulantes Operieren bietet für den Patienten, seine Familie und die Allgemeinheit viele Vorteile:

  1. Die Operation und die Narkose werden von Fachärzten erbracht, die oft über weitere Zusatzqualifikationen verfügen.
    So haben die Anästhesisten  (Narkoseärzte im ZAB besondere Erfahrung in der  Behandlung von Schmerzen, der Chirurg ist zusätzlich Unfallchirurg, Handchirurg und Phlebologe  (Spezialist für die Behandlung kranker Vernen), die Orthopäden haben eine Zusatzausbildung  in Sportmedizin und physikalischer Therapie.
    Darüber hinaus arbeiten im ZAB Fachärzte aus 15 Disziplinen, die  mit ihrem Spezialwissen natürlich auch jederzeit den operierten Patienten zur Verfügung stehen.
    Eine derartige Konzentration von Fachärzten gibt es im Saarland nur an der Universitätsklinik in Homburg und im Winterbergkrankenhaus in Saarbrücken.
    Das ZAB ist damit das größte ambulante  Behandlungszentrum  im Saarland und eines der größten in ganz Deutschland.

  2. Der Patient kann bereits wenige Stunden nach der Operation nach Hause zurückkehren, sich in seiner gewohnten häuslichen Umgebung erholen und wieder (mit geringen Beschränkungen) seiner gewohnten häuslichen Beschäftigung nachgehen.

  3. Schmerzen treten nach ambulanten Operationen nachweislich in geringerem Maße auf (schonendere Behandlung durch erfahrene Operateure, günstigere psychologische Situation).

  4. Die Intimsphäre des Patienten wird durch Verbleiben in der eigenen Wohnung respektiert. 

  5. Der bisherige Lebens-  und Tagesrhythmus der Familie ist nach einer ambulant durchgeführten Operation nicht wesentlich gestört. Die Betreuung – sofern überhaupt nötig – kann von den vertrauten Mitgliedern der eigenen Familie übernommen werden.

  6. Längere Anfahrten zum Besuch des operierten Patienten im Krankenhaus entfallen. Zeit und (Fahrt-) Kosten werden gespart.

  7. Durch die ambulante Operation werden gegenüber der gleichen Operation – stationär im Krankenhaus erbracht – enorme Kosten eingespart (z.B. kostet ein Leistenbruch ambulant 625 €, davon für Operation und Narkose ca. 500 €, für Medikamente 125 € – stationär im Krankenhaus hingegen 1.750 €). Durch eine weitere Verbreitung des ambulanten Operierens könnten pro Jahr ca. 2 Milliarden € eingespart werden.

Die Summe dieser Vorteile macht das ambulante Operieren zu einer modernen, patienten- und familienfreundlichen kostengünstigen Behandlungsmethode, von der alle Menschen profitieren können, wenn sie nicht gerade schwer krank sind.

 Erhöhte Gefahren bestehen nicht. Eine fachärztliche Nachbehandlung ist jederzeit gewährleistet.